„Meine Kunst entsteht aus einem tiefen Lauschen auf das Material, aus dem Hinhören darauf, was es von mir verlangt. In der Stille ruhe ich in der Weite des Unbekannten. Durch meine Hände nimmt diese Weite Gestalt an – in jenen Felsen, die Natur und Mensch verbinden, Offenes und Geschlossenes, Sein und Halten, Raues und Glattes, Gegenwart und Verschwinden.“
Hilda Merom — Keramikkünstlerin
Seit fast vier Jahrzehnten erkundet Hilda Merom den Ort, an dem Ton, Natur und das Unbekannte einander begegnen. Ihre Gebrauchskeramik und ihre skulpturalen Arbeiten vereinen rohe, schroffe Texturen mit glatten, fein durchgearbeiteten Oberflächen.
Hilda Merom wurde in Argentinien geboren und wanderte 1971 nach Israel aus. Geprägt wurde ihr künstlerischer Weg von vielfältigen kulturellen Einflüssen, von ihrer Praxis der Meditation und des Zhineng Qi Gong und von einem fortwährenden Dialog mit der Natur. In ausgedehnten Versuchen mit dem Saggar-Brand und mit organischen Materialien aus ihrer Umgebung hat sie eine ganz eigene Expertise in der Gestaltung keramischer Oberflächen entwickelt. Mit natürlichen Brennstoffen und Rohstoffen erzielt sie vielschichtige Texturen, feine Farbnuancen und einzigartige Oberflächenwirkungen. In ihrer Arbeit verbindet sich technisches Wissen mit der Offenheit für das Unvorhersehbare: Feuer und organische Stoffe dürfen ihre Spuren im Ton hinterlassen.

Hilda Merom stellt international aus und zählt zu den führenden Keramikkünstlerinnen Israels. Das israelische Parlament erwarb Arbeiten von ihr zur dauerhaften Präsentation. 2018 nahm sie mit Förderung des israelischen Außenministeriums an einem Artist-in-Residence-Programm in Sanbao, Jingdezhen (China), teil und arbeitete dort Seite an Seite mit chinesischen und internationalen Künstlern. Die Residenz mündete in eine Ausstellung in der Sanbao Art Gallery; außerdem stellte sie ihr Werk Studierenden der China Central Academy of Fine Arts in Peking vor. 2009 wurde sie für eine Ausstellung in Gangjin, Südkorea, ausgewählt. 2003 erhielt sie ein Stipendium der Designer Crafts Foundation in Großbritannien; dort besuchte sie Ateliers und Sammlungen und präsentierte ihre Arbeit führenden britischen Keramikern.
Darüber hinaus hat sie in Israel und im Ausland Workshops geleitet und Vorträge gehalten. Bis heute leitet sie die Faszination für das Geheimnis des Tons und für den Dialog zwischen Künstlerin und Material – eine Quelle der Neugier, der Entdeckung und der steten Weiterentwicklung.

Ausbildung
Hilda Meroms Beziehung zum Ton begann schon in ihrer Jugend in Argentinien; in Israel vertiefte sie sie an der Abteilung für Keramikkunst des Tel-Hai College. Während eines Aufenthalts in den USA studierte sie in Vollzeit Keramikkunst an der Florida International University bei Professor William Burke. Dort tauchte sie tief in die Brenntraditionen des Fernen Ostens ein und besuchte Workshops bei einflussreichen Keramikkünstlern, darunter Paul Soldner, Don Reitz, Karen Karnes, Rudi Autio und Peter Voulkos.






